DER RICHTER UND SEIN HENKER

Das Stück

Der Kriminalroman Der Richter und sein Henker

Friedrich Dürrenmatt schrieb seinen Krimi Der Richter und sein Henker in Schernelz, hoch über dem Bielersee. Das Werk erschien 1950 im Schweizerischen Beobachter als Fortsetzungsroman.

Dürrenmatt benutzt als Dekor für seinen Roman einerseits die Stadt Bern, in der er seine Jugendjahre verbracht hatte, aber auch die Gegend, in der er nun als junger Autor wohnte und die er täglich auf seinen Spaziergängen erlebte. Er schrieb an den Literaturwissenschafter Walter Muschg: „Der Kriminalroman macht mir viel Spass, besonderes Vergnügen finde ich darin, dass ich in ihm Gelegenheit habe, die ganze Bielerseegegend so en passant kriminalistisch auszuwerten.“
Deshalb spielen wir den Krimi in Schernelz - eben am Tatort.

Eines der Themen, die Dürrenmatt ein Leben lang beschäftigten, war die Frage der Gerechtigkeit. Kann die Justiz verletzte Gerechtigkeit wieder herstellen? Die beiden Hauptpersonen, der brummige Berner Kommissär Bärlach und sein Gegenspieler, der skrupellose Zyniker Gastmann, belauern sich wie Raubkatzen. Gastmann können seine  Verbrechen nicht nachgewiesen werden, so bleibt Bärlach nichts übrig, als sich ebenfalls mit einem perfekten Verbrechen zu rächen.

Herrlich groteske Dürrenmatt’sche Szenen sind die Beerdigung Schmieds und das grosse Fressen Bärlachs am Schluss.

Der Kriminalroman Der Richter und sein Henker ist im Diogenes Verlag erschienen. Die Theaterregisseurin Deborah Epstein hat die Vorlage in einen Spieltext umgestaltet, Jürg Markus Fankhauser hat die Adaption an den Spielort vorgenommen, er führt auch Regie. Das Stück wird in hochdeutscher Sprache gespielt.